Direkt zum Hauptbereich

Wenn "prominente" Impfgegner an Covid sterben

Jüngst tauchte eine Meldung aus Israel auf, wonach sich ein prominenter Impfgegner mit SARS-Cov-2 infizierte und verstarb. Der Fall des 57-jährigen israelischen Hai Shoulian interessiert mich. In einer sich in allen Artikeln ähnelnden Geschichte mit einem Foto (kurz vor dem Tod) ist von "Israels berühmtestem Impfgegner", "Israels größtem Skeptiker" und "Anti-Vax-Leader" die Rede. 
Kurze Recherche:
Geben Sie "Hai Shoulian" bei Google ein und stellen Sie im Suchfilter bei "Zeitraum festlegen" das Datum 31.08.2021 ein. Sie erhalten genau 4 namentliche Erwähnungen. Seinen Facebook-Account mit 2 Treffern, seinen Instagram-Account und seinen Youtube-Kanal.
Mehr weiß Google nicht über ihn, denn der 5.Treffer ist bereits ein Artikel über einen Hai-Angriff in Jordanien. Die weiteren Treffer sind ebenfalls Berichte über Haie oder sie sind Berichte über den Tod des "Anti-Vaxxers" am 13.9.2021, welche unter falschem Datum gefunden wurden. Mehr als 3 Ergebnisseiten gibt es nicht. Sein Youtube-Kanal hat übrigens 155 Abonnenten. 
Anders ist das, wenn man den Datums-Suchfilter weglässt. Da sind es plötzlich ca. 213 000 Ergebnisse. Fast alles Meldungen über den Tod des "Prominenten". Eine posthume Prominenz - wie man sieht. Natürlich kenne ich mich nicht in der israelischen "Corona-Leugner-Szene" aus, und kann daher nicht beurteilen, unter welchen Umständen eine im Internet so gut wie unbekannte Person auf der Straße prominent werden kann. 
Alle Meldungen über den Vorfall betonen, dass der Aktivist davon ausging, die Polizei hätte ihn vergiftet - oder halt infiziert. Das passt zumindest hervorragend in das Verschwörungstheoretiker-Narrativ über Gegner der Pandemie-Maßnahmen oder der Impfkampagnen. Wie es der Zufall so will, wird der entsprechende Artikel bei RT Deutsch mit einem weiteren Artikel garniert, der über den Privat-Flugzeugabsturz eines israelischen Zeugen der Anklage im Korruptions-Prozess gegen den Premierminister Netanjahu berichtet. Der Unfall ereignete sich ebenfalls am 13.9.2021.

Der Tod eines "prominenten" Impfgegners an eben jener Erkrankung, gegen die geimpft wird, ist fraglos ein Super-GAU für seine Glaubwürdigkeit.
Ähnliches geschah allerdings vor Ort schon mal vor ca. 2000 Jahren, als einem angeblichen König seine Glaubwürdigkeit am Kreuz verlustig zu gehen drohte. Doch seine Anhänger drehten den Spieß bekanntlich um und ließen nicht mehr locker.

Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Covid-19-Toter mit ca. 60 Jahren zufälligerweise ein Impfgegner ist, müsste ich mal nachrechnen. Leicht ausrechenbar ist aber, dass seine Prominenz offenbar von jenen ein wenig überbewertet wird, die dringend Eigentore brauchen, weil der eigene Sturm gerade ein wenig schwächelt.


 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Russische Nichteuropäer vs. ukrainische Europäer?

Es schlug hohe Wellen, als die stellvertretende Direktorin des Instituts der Europäischen Union für Sicherheitsstudien Frau Gaub in der ZDF-Talk-Show "Lanz" folgendes sagte:    „Wir dürfen nicht vergessen, auch wenn Russen europäisch aussehen, dass es keine Europäer sind – jetzt im kulturellen Sinne – die einen anderen Bezug zu Gewalt haben, die einen anderen Bezug zu Tod haben“   Ich untersuche nicht die Frage, ob so eine Äußerung ein rassistisches Ressentiment darstellt. Ich stelle nur eine ganz sachliche Frage: Ist das in der Ukraine so viel anders? Nein.  Richtig ist, dass Russland mit 9,2 Morden pro (je 100 000 Einwohner) die höchste zivile  Mordrate  aller osteuropäischen Länder hat. Doch danach folgt auch schon die Ukraine mit 6,2. Das sind zwar nur zwei Drittel des russischen Wertes, aber immerhin ist es das zwanzigfache des deutschen Wertes von 0,3. In den USA liegt die Mordrate übrigens bei 5.  Die russische Mordrate sinkt seit 20 Jahren kont...

Göring-Eckardt und die "einigen wenigen" Impfverweigerer

Dogmatiker und Eiferer bemerken meist nicht, wie sehr sie sich in Widersprüchen verheddern. An primitiven, haarsträubenden Widersinnigkeiten jedoch erkennt man jene, für die das Denken maximal ein Mittel ist, eine Zugehörigkeit, eine Moral oder was auch immer zu unterstreichen.  Ein aktuelles Beispiel. Katrin Göring-Eckardt zur Impfpflicht: Warum ist für sie eine Impfpflicht nötig? Doch vermutlich nur deshalb, weil sich zu viele Menschen nicht freiwillig impfen lassen wollen. Doch diese "zu vielen" Menschen mutieren in Göring-Eckardts moralinsaurer Argumentationswelt plötzlich zu "einigen wenigen". Wie paradox.  Mit "die Gesellschaft" meint sie die 65% vollständig Geimpften, von denen bald auch viele nicht mehr vollständig geimpft sein werden. Und "einige wenige" sind die anderen 35%. Der Eifer verhindert, dass sie diesen Denkfehler selber bemerken würde.

Die 3 deutschen Wellen im Vergleich

Wir sahen das immer gleiche Spiel in der Pandemie. Eine neue Mutation taucht auf. Daraufhin wird gewarnt. Und im Nachhinein interessiert sich keiner mehr dafür, was denn nun eigentlich die Daten zu den einzelnen Varianten sagen. Deswegen im folgenden ein Vergleich der  3 deutschen Infektionswellen, die alle auf einer anderen Mutante basieren. Die erste Welle im Frühjahr 2020 war im Vergleich zu den folgenden so geringfügig, dass man sie getrost vernachlässigen kann.  Informationen über die Sequenzierungen und die Verbreitung von Varianten findet man hier .    Die Daten zu Fällen und Todesfällen kann man dem RKI hier entnehmen. Die Daten zu Testzahlen kann man dem RKI  hier  entnehmen. Die Wuhan-Herbst-Winter-Welle Der sogenannte Wildtyp, auch Wuhan-Variante genannt, ist vermutlich schon kurz nach der Ankunft in Europa mutiert und spätestens im Sommer 2020 von einer sich schneller ausbreitenden Mutation verdrängt worden. Dennoch bezeichne ich die erste groß...

Zero Influenza

Die Initiative Zero-Covid befürwortet ein Ende mit Schrecken statt eines Schreckens ohne Ende. Statt halbherziger und endloser Lockdowns möchte sie in einer Blaupause des "chinesischen Weges" den Virus in einem harten Lockdown austrocknen. So weit, dass man danach wieder relativ frei leben kann. Die Absicht dahinter mag löblich sein. Indes bleiben einige Fragen offen: Funktioniert dieser Weg als nationaler Alleingang? Lässt sich ein derart verbreiteter Erreger überhaupt noch ausrotten?  Nehmen wir doch einmal den Grippevirus. Wie es scheint, ist er schon durch den aktuellen "mittelmäßigen" Lockdown soweit minimiert worden, dass es praktisch keine Grippefälle mehr gibt. Böse Zungen könnten behaupten, dass der Erreger nur nicht mehr gesucht wird. Weil man nur noch nach einem Erreger sucht. Verbuchen wir diesen Einwand aber der Einfachheit halber einfach mal als Verschwörungstheorie. Sollten wir nun tatsächlich annehmen, dass es nie wieder Grippewellen geben wird, weil...

Testpraxis im Praxistest

So wie sich noch jedes "Instrument" der Seuchenbekämpfung als untauglich erwies, den SARS-Cov-2 zu schlagen, ohne die Gesellschaft an den Rand des Abgrundes zerren zu wollen, ist das Schnelltesten kein Game Changer geworden. Warum eigentlich?      Erinnern wir uns, was die Grunderzählung der Pandemie ist: Man kann ansteckend sein, obwohl man (noch) keine Symptome hat. Ansonsten würde es reichen, auf Symptome zu achten und erst dann eine Maske zu tragen, sich erst dann testen zu lassen oder erst dann nicht mehr unter Leute zu gehen. So war es bisher ja auch normal. Nun aber müssen alle Maske tragen, alle Kontakte reduzieren, alle regelmäßig testen und alle sich den G-Regeln unterwerfen. Und zwar deshalb, weil sie infektiös sein könnten, ohne Symptome zu haben. Ein Fallbeispiel aus meiner Bekanntschaft zeigt, dass das Testen mit Schnelltests kaum Nutzen hat. Jugendlich, w, 16 Jahre, nicht geimpft 1.-2. Tag mit Erkältungssymptome - Schnelltest: negativ.    3. Tag m...

Die vier Farben der Maßnahmebefürworter

Corona-Skeptiker sind allzu oft von ihren Gegnern psychologisch durchgecheckt worden. Zeit für Revanche. Vier Farben stehen für vier Charaktermerkmale, die sich in unterschiedlichen Anteilen beim klassischen Maßnahmebefürworter finden.  Schwarz - Die Angst: Die Angst, besonders die Angst vor dem Tod trifft jene eher, die in Aufschubphasen leben. Es existieren große unerfüllte, vor sich her geschobene Wünsche und Bedürfnisse, deren Erfüllung man sich in einem zukünftigen Leben erhofft. Da bewirkt es eine Schockreaktion, wenn man plötzlich mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert wird. "Ich wollte doch noch ... eigentlich". Der Gedanke an ein nahes Ende deckt die ganze Misere der aufschiebenden Lebensart auf. Dies führt zu übersteigerter Angst, zwanghafter Risikominimierung und Hypochondrie.       Rot - Der Helferkomplex: Die Grunderzählung der Pandemie, wonach man durch sein Verhalten Leben retten kann, triggert alle Menschen mit Neigung zu Schuldgefühlen, Mit...

Polit-mediale Power-Simulationen

Die meisten Beobachter zeigten sich überrascht, dass die britische Regenbogenpresse mit ihren Ankündigungen einer bevorstehenden russischen Invasion in der Ukraine Recht hatte. Der Überraschung folgte dann das Rätselraten über den zugrunde liegenden Plan Putins. Im Mainstream verbreitete sich schnell die Erzählung vom kranken und einsamen Kreml-Despoten, der in einer persönlichen, planlosen  Kurzschlussreaktion seiner Herrscher-Biografie die Krone verleihen mochte.  Umso erstaunlicher ist es, dass die gleichen Stimmen wenige Tage nach Beginn der Militäroperation feststellten, dass Putins Plan nicht aufgegangen ist. Er hat also plötzlich doch einen Plan. Und nicht nur das - die Gazetten kennen diesen Plan sogar. Um diesen Plan erkennen zu können, darf man aber keinesfalls auf das hören, was Putin selber in seinen Reden als Plan verlautbart. Nein - der Zar Putin will sein Imperium mit einem Blitzkrieg vergrößern. Doch er hat dabei nicht mit dem "heldenhaften Widerstand" der Ukr...

Lasst doch die Kinder aus dem Spiel

Weil die Politiker die Infektionszahlen verringern wollen, behandeln sie Infektionsketten wie Fehlerketten. Sonderbar ist jedoch, dass diese Fehlerketten von hinten aufgezogen werden. Lassen Sie mich das am Beispiel des Fußballsports verdeutlichen. Stellen Sie sich vor, es fällt in einem Spiel ein Gegentor. Als erstes würden wir fragen: War der Schuss haltbar und hat der Tormann einen Fehler gemacht? Wenn nicht, würden wir fragen: War die Abwehr unaufmerksam, hat sie einen Torschuss durch einen Fehler zugelassen? Wenn nicht, würden wir fragen, ob ein Ballverlust im Mittelfeld einen gefährlichen Gegenangriff einleitete. Erst wenn auch das nicht der Fall wäre, könnte man eventuell noch einen inaktiven Sturm für den Druck auf das eigene Tor verantwortlich machen. Gemäß dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung". Stellen Sie sich nun aber vor, dass der Trainer bei jedem Gegentor grundsätzlich die Fehlerkette von hinten aufrollt. Egal wie schwach die Abwehr ist, er wechselt im...

Warum sollten alle lügen?

"Warum sollten denn (alle) Wissenschaftler, Medien und Politiker lügen?" Das ist eine der meistgestellten Fragen an Corona-Skeptiker und Impfkritiker. Man kann die Frage allerdings ganz klar beantworten: Weil sie alles auf eine Karte gesetzt haben und deswegen viel zu verlieren haben. Nicht nur die Festlegung auf die Impfung als den einzigen Weg aus der Pandemie ist ziemlich riskant. Allein, dem "Virus den Krieg zu erklären" ist riskant, denn man übernimmt die unkalkulierbare Verantwortung für Opfer einer Naturkatastrophe. Vor allem, wenn man die Infizierten und Opfer auch noch minutiös zählt. Historisch ist das einmalig.  Es ist kein Wunder, dass man einen Tunnelblick entwickelt, wenn man sich in so einen dunklen Tunnel hinein begibt. Es ist kein Wunder, dass dann  möglicherweise passend gemacht werden muss, was nicht passen will.     Was wäre, wenn auf dem Weg der "Durchimpfung der gesamten Welt" irgendetwas schief laufen würde?   Was wäre denn, wenn...

Wenn Impfstoffe gegen den Omikron-Tod wirken sollen

In der BILD warnt Panik-Kalle Lauterbach auch im Januar noch vor Omikron. Konkret die Ungeimpften. Sie hätten keinerlei Schutz. Schon eine Erstimpfung würde das Todesrisiko senken. Man sehe dies daran, dass Omikron in Ländern mit hoher Impfquote sehr wenige schwere Fälle verursache. Längst haben auch die Corona-Hardliner mitbekommen, dass die Impfung spätestens bei Omikron kaum noch gegen Infektion schützt. Die Zahlen sind erdrückend. Da man aber nicht gewillt ist, die Impfpropaganda und das Gerede von der Impfpflicht einzustellen, muss eine neue Erzählung her. Diese lautet, dass es die Impfung ist, die Omikron zu einer harmlosen Grippe macht. Das Leben der Ungeimpften aber sei genauso gefährdet wie bei Delta. Ganz anders klingt da die Omikron-Entdeckerin aus Südafrika (Impfquote 25%):  „Egal, ob die Patienten jung oder alt waren, egal, ob geimpft oder ungeimpft, egal, ob mit oder ohne Vorerkrankungen, wir sehen milde Verläufe, ohne die Notwendigkeit, die Patienten zu hospitalisie...