Direkt zum Hauptbereich

Kollektive Kraftanstrengungen

Vom Beginn der Pandemie an predigen die Politiker die kollektive Kraftanstrengung bei der Bewältigung der Pandemie. Die Eigenverantwortung und damit auch das Recht auf individuellen Umgang mit dem Virus sind unerwünscht und werden bekämpft. Dieser Gleichschritt erinnert mich an den DDR-Sozialismus und seine kollektivistischen Argumentationsmuster:   

"Der Aufbau des Sozialismus kann nur gelingen, wenn jeder all seine Kraft dafür einsetzt."
"Anstatt zu nörgeln, sollte jeder selber einen Beitrag für die Lösung der Probleme leisten."
"Jeder sollte überlegen, wo er sich noch besser für unsere Deutsche Demokratische Republik und damit für die Erhaltung des Friedens einbringen kann." 
"Mein Arbeitsplatz ist mein Kampfplatz für den Frieden." 

So oder so ähnlich wurde die Bevölkerung der DDR agitiert: Der Sozialismus ist gut und richtig. Wenn etwas noch nicht gut und richtig ist, dann ist es die Kraftanstrengung der Menschen beim Aufbau des Sozialismus. Oder ihre Bereitschaft, gegen die Feinde des Sozialismus vorzugehen.

Und wie wir wissen, dürfte das dann wohl auch der Grund für die Dysfunktionalität des Sozialismus gewesen sein. Nur durch permanente Agitation,  permanente Reglementierung und permanente Überwachung durch ein zentralistisch orientiertes Staatswesen konnte das Gefüge zusammen gehalten werden, bis es schließlich doch implodierte.
 
Die Pandemie lädt ein, den kollektivistischen Ansatz bei der Lösung von Problemen erneut zum Standard zu machen, möglicherweise auch mit  Folgen für die Zeit danach.
 
Dass alle "an einem Strang ziehen", ist per se nichts schlechtes. Es gibt bei dem verordneten "Strangziehen" jedoch immer exakt zwei Probleme:

  1. Wer entscheidet mit welcher Legitimation, was der Strang ist und wohin gezogen wird?
  2. Was ist mit jenen, die - warum auch immer - nicht mitziehen wollen?
An diesen beiden Punkten scheitert der kollektivistische Ansatz regelmäßig im Vergleich zum liberalen, pluralistischen Ansatz. 
Punkt 2 führt in den Vormundschafts-, Überwachungs- und Terrorstaat, der nicht nur Unfrieden schafft, sondern auch wertvolle gesellschaftliche Ressourcen bindet.    
Punkt 1 führt zur Ausbildung von Machteliten, die ihre Legitimation mit dem Schein der Unfehlbarkeit begründen müssen, was auf Dauer immer nur mit Unwahrheiten, Verdunklung und Vertuschung möglich ist.  

Das ist alles nicht neu. 
Neu ist, dass viele Menschen nicht merken, wie ihnen die Virus-Angst die Augen verschließt vor der schleichenden Gefahr eines neuen Kollektivismus.


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Russische Nichteuropäer vs. ukrainische Europäer?

Es schlug hohe Wellen, als die stellvertretende Direktorin des Instituts der Europäischen Union für Sicherheitsstudien Frau Gaub in der ZDF-Talk-Show "Lanz" folgendes sagte:    „Wir dürfen nicht vergessen, auch wenn Russen europäisch aussehen, dass es keine Europäer sind – jetzt im kulturellen Sinne – die einen anderen Bezug zu Gewalt haben, die einen anderen Bezug zu Tod haben“   Ich untersuche nicht die Frage, ob so eine Äußerung ein rassistisches Ressentiment darstellt. Ich stelle nur eine ganz sachliche Frage: Ist das in der Ukraine so viel anders? Nein.  Richtig ist, dass Russland mit 9,2 Morden pro (je 100 000 Einwohner) die höchste zivile  Mordrate  aller osteuropäischen Länder hat. Doch danach folgt auch schon die Ukraine mit 6,2. Das sind zwar nur zwei Drittel des russischen Wertes, aber immerhin ist es das zwanzigfache des deutschen Wertes von 0,3. In den USA liegt die Mordrate übrigens bei 5.  Die russische Mordrate sinkt seit 20 Jahren kont...

Die 3 deutschen Wellen im Vergleich

Wir sahen das immer gleiche Spiel in der Pandemie. Eine neue Mutation taucht auf. Daraufhin wird gewarnt. Und im Nachhinein interessiert sich keiner mehr dafür, was denn nun eigentlich die Daten zu den einzelnen Varianten sagen. Deswegen im folgenden ein Vergleich der  3 deutschen Infektionswellen, die alle auf einer anderen Mutante basieren. Die erste Welle im Frühjahr 2020 war im Vergleich zu den folgenden so geringfügig, dass man sie getrost vernachlässigen kann.  Informationen über die Sequenzierungen und die Verbreitung von Varianten findet man hier .    Die Daten zu Fällen und Todesfällen kann man dem RKI hier entnehmen. Die Daten zu Testzahlen kann man dem RKI  hier  entnehmen. Die Wuhan-Herbst-Winter-Welle Der sogenannte Wildtyp, auch Wuhan-Variante genannt, ist vermutlich schon kurz nach der Ankunft in Europa mutiert und spätestens im Sommer 2020 von einer sich schneller ausbreitenden Mutation verdrängt worden. Dennoch bezeichne ich die erste groß...

Göring-Eckardt und die "einigen wenigen" Impfverweigerer

Dogmatiker und Eiferer bemerken meist nicht, wie sehr sie sich in Widersprüchen verheddern. An primitiven, haarsträubenden Widersinnigkeiten jedoch erkennt man jene, für die das Denken maximal ein Mittel ist, eine Zugehörigkeit, eine Moral oder was auch immer zu unterstreichen.  Ein aktuelles Beispiel. Katrin Göring-Eckardt zur Impfpflicht: Warum ist für sie eine Impfpflicht nötig? Doch vermutlich nur deshalb, weil sich zu viele Menschen nicht freiwillig impfen lassen wollen. Doch diese "zu vielen" Menschen mutieren in Göring-Eckardts moralinsaurer Argumentationswelt plötzlich zu "einigen wenigen". Wie paradox.  Mit "die Gesellschaft" meint sie die 65% vollständig Geimpften, von denen bald auch viele nicht mehr vollständig geimpft sein werden. Und "einige wenige" sind die anderen 35%. Der Eifer verhindert, dass sie diesen Denkfehler selber bemerken würde.

Zero Influenza

Die Initiative Zero-Covid befürwortet ein Ende mit Schrecken statt eines Schreckens ohne Ende. Statt halbherziger und endloser Lockdowns möchte sie in einer Blaupause des "chinesischen Weges" den Virus in einem harten Lockdown austrocknen. So weit, dass man danach wieder relativ frei leben kann. Die Absicht dahinter mag löblich sein. Indes bleiben einige Fragen offen: Funktioniert dieser Weg als nationaler Alleingang? Lässt sich ein derart verbreiteter Erreger überhaupt noch ausrotten?  Nehmen wir doch einmal den Grippevirus. Wie es scheint, ist er schon durch den aktuellen "mittelmäßigen" Lockdown soweit minimiert worden, dass es praktisch keine Grippefälle mehr gibt. Böse Zungen könnten behaupten, dass der Erreger nur nicht mehr gesucht wird. Weil man nur noch nach einem Erreger sucht. Verbuchen wir diesen Einwand aber der Einfachheit halber einfach mal als Verschwörungstheorie. Sollten wir nun tatsächlich annehmen, dass es nie wieder Grippewellen geben wird, weil...

Testpraxis im Praxistest

So wie sich noch jedes "Instrument" der Seuchenbekämpfung als untauglich erwies, den SARS-Cov-2 zu schlagen, ohne die Gesellschaft an den Rand des Abgrundes zerren zu wollen, ist das Schnelltesten kein Game Changer geworden. Warum eigentlich?      Erinnern wir uns, was die Grunderzählung der Pandemie ist: Man kann ansteckend sein, obwohl man (noch) keine Symptome hat. Ansonsten würde es reichen, auf Symptome zu achten und erst dann eine Maske zu tragen, sich erst dann testen zu lassen oder erst dann nicht mehr unter Leute zu gehen. So war es bisher ja auch normal. Nun aber müssen alle Maske tragen, alle Kontakte reduzieren, alle regelmäßig testen und alle sich den G-Regeln unterwerfen. Und zwar deshalb, weil sie infektiös sein könnten, ohne Symptome zu haben. Ein Fallbeispiel aus meiner Bekanntschaft zeigt, dass das Testen mit Schnelltests kaum Nutzen hat. Jugendlich, w, 16 Jahre, nicht geimpft 1.-2. Tag mit Erkältungssymptome - Schnelltest: negativ.    3. Tag m...

Die vier Farben der Maßnahmebefürworter

Corona-Skeptiker sind allzu oft von ihren Gegnern psychologisch durchgecheckt worden. Zeit für Revanche. Vier Farben stehen für vier Charaktermerkmale, die sich in unterschiedlichen Anteilen beim klassischen Maßnahmebefürworter finden.  Schwarz - Die Angst: Die Angst, besonders die Angst vor dem Tod trifft jene eher, die in Aufschubphasen leben. Es existieren große unerfüllte, vor sich her geschobene Wünsche und Bedürfnisse, deren Erfüllung man sich in einem zukünftigen Leben erhofft. Da bewirkt es eine Schockreaktion, wenn man plötzlich mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert wird. "Ich wollte doch noch ... eigentlich". Der Gedanke an ein nahes Ende deckt die ganze Misere der aufschiebenden Lebensart auf. Dies führt zu übersteigerter Angst, zwanghafter Risikominimierung und Hypochondrie.       Rot - Der Helferkomplex: Die Grunderzählung der Pandemie, wonach man durch sein Verhalten Leben retten kann, triggert alle Menschen mit Neigung zu Schuldgefühlen, Mit...

Polit-mediale Power-Simulationen

Die meisten Beobachter zeigten sich überrascht, dass die britische Regenbogenpresse mit ihren Ankündigungen einer bevorstehenden russischen Invasion in der Ukraine Recht hatte. Der Überraschung folgte dann das Rätselraten über den zugrunde liegenden Plan Putins. Im Mainstream verbreitete sich schnell die Erzählung vom kranken und einsamen Kreml-Despoten, der in einer persönlichen, planlosen  Kurzschlussreaktion seiner Herrscher-Biografie die Krone verleihen mochte.  Umso erstaunlicher ist es, dass die gleichen Stimmen wenige Tage nach Beginn der Militäroperation feststellten, dass Putins Plan nicht aufgegangen ist. Er hat also plötzlich doch einen Plan. Und nicht nur das - die Gazetten kennen diesen Plan sogar. Um diesen Plan erkennen zu können, darf man aber keinesfalls auf das hören, was Putin selber in seinen Reden als Plan verlautbart. Nein - der Zar Putin will sein Imperium mit einem Blitzkrieg vergrößern. Doch er hat dabei nicht mit dem "heldenhaften Widerstand" der Ukr...

Lasst doch die Kinder aus dem Spiel

Weil die Politiker die Infektionszahlen verringern wollen, behandeln sie Infektionsketten wie Fehlerketten. Sonderbar ist jedoch, dass diese Fehlerketten von hinten aufgezogen werden. Lassen Sie mich das am Beispiel des Fußballsports verdeutlichen. Stellen Sie sich vor, es fällt in einem Spiel ein Gegentor. Als erstes würden wir fragen: War der Schuss haltbar und hat der Tormann einen Fehler gemacht? Wenn nicht, würden wir fragen: War die Abwehr unaufmerksam, hat sie einen Torschuss durch einen Fehler zugelassen? Wenn nicht, würden wir fragen, ob ein Ballverlust im Mittelfeld einen gefährlichen Gegenangriff einleitete. Erst wenn auch das nicht der Fall wäre, könnte man eventuell noch einen inaktiven Sturm für den Druck auf das eigene Tor verantwortlich machen. Gemäß dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung". Stellen Sie sich nun aber vor, dass der Trainer bei jedem Gegentor grundsätzlich die Fehlerkette von hinten aufrollt. Egal wie schwach die Abwehr ist, er wechselt im...

Das Ding mit der Maske

 Wenn mir jemand sagt ...  dass Masken einen Virus nicht aufhalten, weil die "technischen Daten" schlecht sind (Prof. Drosten), ... ein paar Wochen später aber sagt, dass Masken doch einen "gewissen" Nutzen haben, ... weil sie dafür sorgen, dass asymptomatisch Infizierte bei Symptomen wie Husten und Niesen weniger Tröpfchen und Aerosole ...  ...  in das Gesicht von vorübergehenden Menschen pusten, ( da man offenbar davon ausgeht, dass sie wie kleine Kinder nicht in die Armbeuge husten oder niesen können), ... dann wundere ich mich zunächst, dass man eine Mund-Nasen-Bedeckung nicht nur erkälteten, sich krank fühlenden Personen empfiehlt, sondern sie gleich zur Pflicht für alle macht, ... mit der Begründung, dass somit eine Barriere für die Verbreitung des Virus gesetzt ist, wobei man sich in dieser Annahme bestätigt sieht durch sinkende Infektionszahlen, ... deswegen die Masken-Pflicht beibehält und Masken-Muffel moralisch diskreditiert , bis hin zum Mordvorwurf,...

Warum sollten alle lügen?

"Warum sollten denn (alle) Wissenschaftler, Medien und Politiker lügen?" Das ist eine der meistgestellten Fragen an Corona-Skeptiker und Impfkritiker. Man kann die Frage allerdings ganz klar beantworten: Weil sie alles auf eine Karte gesetzt haben und deswegen viel zu verlieren haben. Nicht nur die Festlegung auf die Impfung als den einzigen Weg aus der Pandemie ist ziemlich riskant. Allein, dem "Virus den Krieg zu erklären" ist riskant, denn man übernimmt die unkalkulierbare Verantwortung für Opfer einer Naturkatastrophe. Vor allem, wenn man die Infizierten und Opfer auch noch minutiös zählt. Historisch ist das einmalig.  Es ist kein Wunder, dass man einen Tunnelblick entwickelt, wenn man sich in so einen dunklen Tunnel hinein begibt. Es ist kein Wunder, dass dann  möglicherweise passend gemacht werden muss, was nicht passen will.     Was wäre, wenn auf dem Weg der "Durchimpfung der gesamten Welt" irgendetwas schief laufen würde?   Was wäre denn, wenn...